Google Core Web Vitals: Alles anders oder nur einer von vielen Rankingfaktoren?

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„Die Nutzerfreundlichkeit einer Website muss in das Ranking einer Website hineinspielen!“, wurde in SEO-Kreisen lange behauptet. Bis Mitte 2021 war das aber tatsächlich nicht der Fall. Erst Anfang des Jahres hatte Google angekündigt, dass die Erfahrung der User tatsächlich zum Einflussfaktor für das Ranking von Suchergebnissen werden würde. Die sogenannten Google Core Web Vitals wurden weit im Voraus angekündigt und zwischen Anfang Juni und Ende August 2021 nach und nach ausgerollt.

Was sind die Google Core Web Vitals?

Die Core Web Vitals setzten sich aus drei neuen Messwerten für Nutzerfreundlichkeit zusammen, die von echten Nutzern im Webbrowser Chrome erhoben werden:
 
  • Loading (Largest Contentful Paint, kurz: LCP): Dieser Wert erhebt, wie schnell der Hauptcontent (das größte Element im sichtbaren Bereich) einer Webseite geladen ist.
  • Interactivity (First Input Delay, kurz: FID): Gemessen wird hier, ab wann mit einer Seite interagiert werden kann, z. B. ein Button klickbar ist.
  • Visual Stability (Cumulative Layout Shift, kurz: CLS): Diese Metrik untersucht die visuelle Stabilität der Webseite (gibt es während des Ladens beispielsweise Sprünge im Layout der Seite).

 

Gemeinsam mit vier älteren Messwerten bilden sie die Search Signals for Page Experience (auf Deutsch auch Nutzersignale genannt):

  • Mobile Friendliness: Eine Website muss sich auf mobilen Geräten gut bedienen lassen.
  • Safe Browsing: Die Sicherheit einer Seite kann durch Spam oder durch einen Hack eingeschränkt sein.
  • HTTPS: Alle Seiten sollen durchgehend mit dem sicheren Übertragungsprotokoll HTTPSverschlüsselt sein.
  • Non Intrusive Interstitials: Nutzer soll nicht durch große Pop-ups gestört werden, die sich nicht schließen lassen (ausgenommen sind Cookie-Benachrichtigungen, Fenster zum Abfragen des Alters der Nutzer und ähnliches)

 

Diese acht Indikatoren zieht Google nun also kombiniert als Nutzersignale für das Ranking ein. Die Suchmaschine erhofft sich davon einen „besseren, ganzheitlichen Einblick in die Nutzerfreundlichkeit von Webseiten“.

Wie können die Core Web Vitals gemessen werden?

Website-Betreiber fragen sich natürlich, wie sie Einblick in die relevanten Werte bekommen, um ihre Seiten gegebenenfalls optimieren können. Die Google Core Web Vitals können auf mehrerlei Weise eingesehen werden:
 
  • im Pagespeed Insights Tool (Daten der letzten 28 Tage)
  • im Bereich „Core Web Vitals“ in der Google Search Console (Daten der letzten 90 Tage, mit einem Tag Verzögerung)
  • Sicht für die Nutzerfreundlichkeit in der Google Search Console
  • mit Rohdaten über die Chrome User Experience Reports (über API-Anbindung zu Pagespeed Insights)

 

Außerdem besteht die Möglichkeit, über die Chrome Entwicklertools Labordaten zu erfassen. Im Unterschied zu den Felddaten werden sie nicht von echten Nutzern erhoben. Stattdessen erhält man sie, indem man die Webseite selbst ausprobiert. Bei einer guten Internetverbindung, einem schnellen Gerät oder bei niedriger Auslastung der Website kann es so zu Verzerrungen kommen.

Wie hoch ist der Impact der Google Core Web Vitals?

Wie bei jedem anderen der 200 bis 300 Rankingfaktoren, kann man den Einfluss, den die Nutzersignale auf das Ranking einer Webseite haben, kaum bemessen. Das ist unter anderem deshalb der Fall, weil Suchmaschinenoptimierung ein A/B-Test ist. Vielmehr gibt es im SEO immer Bewegung. Manchmal passt Google seinen Algorithmus mehrere Male pro Tag an.
 
Für die älteren Metriken, die Teil der Search Signals for Page Experience sind, gibt es bereits Erfahrungswerte: Die Mobil-Freundlichkeit einer Seite macht etwa zwanzig Prozent ihrer Sichtbarkeit aus – weniger als Experten erwartet hatten. Auch HTTPS ist nur ein leichter Faktor.
 
Google sagt selbst: „Nutzerfreundlichkeit nur einer von vielen Faktoren, die unsere Systeme berücksichtigen“.
 
Die Erwartung, dass sich durch die Core Web Vitals drastische Veränderungen ergeben, ist also falsch. A und O für das Ranking ist nach wie vor guter Content. Seiten mit wertvollen Inhalten werden von der Suchmaschine priorisiert behandelt.

Was ist von den Nutzersignalen noch zu erwarten?

Laut Angaben von Google sind die Nutzersignale allerdings ein ausschlaggebender Faktor, wenn Seiten ähnliche Inhalte haben.
 
Auch ein Icon für hohe Nutzerfreundlichkeit in den Suchergebnissen kann kommen. Damit würden Seiten, die eine hervorragende Nutzerfreundlichkeit bieten, bereits in den Suchergebnissen hervorgehoben. Das wegfallende AMP-Icon (Accelerated Mobile Pages, beschleunigte mobile Seiten) könnte durch ein Symbol für Nutzerfreundlichkeit ersetzt werden.
 
Ist das der Fall, könnten mobile User sich entscheiden, statt Platz 1 der Ergebnisliste auf Platz 2 einem solchen Icon klicken. Das könnte langfristige Auswirkungen für das Ranking haben, meint Mario Träger, Geschäftsführer unseres Partners Webworks. Er nimmt an, dass die Bedeutung der Nutzersignale im Laufe der Zeit zunehmen wird, betont aber auch, dass nichts guten Content übertrumpfen wird.

Fazit

Mit den Seach Signals for Page Experience hat Google die Nutzerfreundlichkeit in die Liste seiner Rankingfaktoren aufgenommen. Die Metriken, die es dafür hernimmt, sind simpel. Sie werden von echten Nutzern erhoben und haben deshalb eine hohe Aussagekraft.
 
Als Websitebetreiber sollte man die Nutzerfreundlichkeit stets beachten, aus SEO-Sicht werden jedoch vorerst keine großen Auswirkungen zu spüren sein. In Sachen Suchmaschinenoptimierung bleiben andere, seit langem bekannte Themen weiterhin ausschlaggebend, allen voran gute Inhalte.

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